Der Bauzaun steht bereits. Im Frühjahr ’26 soll an der Kastanienallee/Ecke Richard-Paulick-Straße, der erste Spatenstich für den Neustadt Campus erfolgen. Als außerschulischer Lern- und Begegnungsort soll der Neustadt Campus junge Menschen aus dem Stadtteil im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bereich fortbilden und sie fit für den Arbeitsmarkt machen. Moderne Labore und eine Werkhalle sowie Beratungs- und Aufenthaltsräume sollen dafür in dem Neubau unterkommen. Profitieren könnten davon insbesondere die Schüler*innen der angrenzenden Schulen.
16 Millionen Euro umfasst das Investitionsvolumen. Die Gelder dazu stammen vordergründig aus dem Just Transition Fund der EU, einem Fördertopf für den Strukturwandel für Regionen, die vom Kohleausstieg betroffen sind. 10 Prozent der Kosten trägt die Stadt. Bereits im Mai erfolgte der Stadtratsbeschluss für den Neubau. Vorausgegangen waren hitzige Debatten um den Rückbau des einstigen Studentenwohnheims, das sich bislang an der Stelle des künftigen Campus befindet. Das Studentenwohnheim steht unter Denkmalschutz, außerdem ginge eine wichtige Sichtachse des städtebaulichen Ensembles verloren. Zudem sei der Bedarf an günstigem Wohnraum für Studierende durchaus gegeben.
Ergebnis der Debatte ist letztlich ein Kompromiss. Das Studentenwohnheim soll auf zwei Stockwerke zurückgebaut werden. Die Schadstoffbeseitigung im Gebäude hat bereits begonnen, wie die Stadt mitteilt. Außerdem soll der Neustadt Campus den Anforderungen von Klimaschutz und Barrierefreiheit gerecht werden. Neben PV-Anlagen und Dachbegrünung sollen einzelne Platten und Fensterelemente des Studentenwohnheims als Trennwände im Neubau wiederverwendet werden. Zugleich bleibe etwa ein Drittel des verbauten CO2 des Studentenwohnheims nach dem Teilrückbau gebunden, sagt die zuständige Architektin Angie Müller-Puch.
Nach dem Rückbau des Studentenwohnheims sollen im dritten Quartal 2026 die eigentlichen Bauarbeiten beginnen und bis Anfang 2028 abgeschlossen sein. Während der Bauarbeiten kann es vorübergehend zu Verkehrseinschränkungen und Lärmbelästigungen kommen, teilt die Stadt mit. Das Quartiermanagement Halle-Neustadt begleitet die Umsetzung des Bauvorhabens und steht bei Fragen und Anregungen ebenso zur Verfügung wie die Stadtverwaltung – unter anderem über ihr Portal „Sag’s uns einfach“.
(jl/jh)

