Was bedeuten Begriffe wie Heimat und Zuhause für Menschen in einem Stadtteil, der sich radikal wandelt? Zwölf Künstlerinnen und Künstler aus unserem Kunstprojekt “HeimArt” suchten über mehrere Monate hinweg nach Antworten.
Die entstandenen Ergebnisse wurden nun von uns erstmals während der Ausstellung “Pieces of Home – ein Mosaik der Zugehörigkeit” vom 25. bis 28. März im Neustadt-Centrum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Künstlerinnen und Künstler zeigten persönliche Perspektiven und vielfältige Eindrücke, die bewusst offen bleiben und Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lassen. Die Teilnehmenden bedienten sich dabei verschiedenster künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten wie Stop-Motion-Filme, Collagen, Skulpturen, Installationen und Drucke. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler waren zudem bei der Vernissage am 25. März zugegen und gaben Auskunft über ihre Werke und Geschichten.
Was ist Heimat?
Heimat – so zeigt sich – ist für die Teilnehmenden des internationalen und generationsübergreifenden Kunstkurses nicht immer mit einem konkreten Ort verbunden: Sie kann auch durch ein Gefühl, eine Person oder eine Erinnerung wachgerufen werden.
Martina erkennt Heimat etwa im hundertjährigen Baumwollstoff der Bettwäsche, den einst ihre Mutter als Aussteuer erhielt. Filigran verzierte Martina die Initialen ihrer Mutter mit bunten Blumenranken aus Stickgarn.

Martina Schmitt
Baumwolle, Stickerei
30×30 cm
Saskia nutzt in ihren Werken Haushaltsabfälle als Ausgangsmaterial ihrer Kunst. Überbleibsel verschiedener Rauschmittel wie Kaffeefilter, Kronkorken oder leere Medikamentenverpackungen wurden von ihr sorgfältig drapiert, collagiert und mithilfe einer lichtempfindlichen Lösung langzeitbelichtet – Cyanotypie nennt sich diese Technik. Denn in berauschenden Substanzen suchen und finden Menschen zumindest zeitweilig eine Heimat, meint die Künstlerin.

Saskia
Cyanotypie
24×29,5 cm
360-Grad-Perspektive: Schau künftig auch digital erlebbar
Rund 120 Menschen besuchten die Ausstellung und nutzten die Gelegenheit, um davon angeregt über Heimat, Zugehörigkeit und persönliche Erinnerungen nachzudenken. Ein besonderes Highlight bot dazu unsere Mitmach-Ecke: Besucher*innen konnten hier eigene kleine Skulpturen aus Knete zum Thema „Gefühl von Zuhause“ gestalten. Diese wurden Teil der Ausstellung und ergänzten die bereits vorhandenen Tonarbeiten auf kreative Weise.
Damit die Ausstellung und die Debatte um Zugehörigkeit nicht mit dem Abbau der Ausstellung endet, gehen wir auch neue Wege in der Dokumentation. Mithilfe von 360-Grad-Aufnahmen und der 3D-Modellierung haben wir die Schau digitalisiert und präsentieren diese hier auf unserer Website. Somit bleibt unser Mosaik der Zusammengehörigkeit noch auf lange Sicht im kollektiven Gedächtnis des Stadtteils erhalten. (äh/jh)

